Echte Frösche (Ranidae)

Wasserfrösche oder - "Der Grünfrosch-Komplex"

Wer bin ich -           und wenn ja, wie viele... Wer bin ich - und wenn ja, wie viele...

Die Grünfrosch-Problematik - ein kurzer Exkurs in die Systematik und Genetik

 

In Deutschland sind zwei reine Grün- bzw. Wasserfrosch-Arten beheimatet: der Seefrosch (Pelophylax ridibundus) und der Kleine Wasserfrosch (Pelophylax lessonae).

 

Im biologischen Sinne umfasst eine Art alle Individuen, die miteinander fortpflanzungsfähig sind. Sollte es doch einmal zu "außerartlichen" Vermehrungen kommen, so sind die entstandenen Nachkommen (sog. Bastarde oder Hybride) in der Regel steril, d.h., sie sind nicht vermehrungsfähig (siehe z.B. Esel und Pferd = Maultier).

 

Im Falle der beiden oben genannten Grünfrosch-Arten entsteht aber bei deren Kreuzung durchaus eine fortpflanzungfähige Hybride, der Teichfrosch (Pelophylax "esculentus"), der sich sowohl mit den Elternarten paart, als auch reine Teichfrosch-Populationen bilden kann.

 

In der Regel besitzen Tiere einen diploiden (zweifachen) Chromosomensatz in ihren Körperzellen, welcher u. a. die äußeren Merkmale (Habitus) prägt. Die Nachkommen nehmen im Erscheinungsbild meist eine Mittelstellung zwischen den Eltern ein. So auch bei diploiden Teichfröschen, und sie sind aufgrund des Habitus als solche auch zu bestimmen.

So weit so gut...

 

...allerdings - und unter den Wirbeltieren höchst ungewöhnlich - treten auch Teichfrösche mit einem triploiden (dreifachen) Chromosomensatz auf, und diese Tiere ähneln in der Ausprägung der äußeren Merkmale stark der jeweiligen Elternart, welche doppelt im Erbmaterial vertreten ist - und hier liegt nun die Problematik.

 

Herkömmliche feldherpetologische Untersuchungsmethoden, wie das Vermessen diverser Parameter oder auch das Verhören der Rufe, führten bisher zu keiner verlässlichen Bestimmung. Allein molekulargenetische Untersuchungen können Aufhellung in den Nebel der Grünfrosch-Problematik bringen.

 

Aus diesem Grunde wird hier auf eine Artbestimmung verzichtet, und alle Tiere werden als Pelophylax spec. angesprochen.